Der Januar, die Stoa und „die Macht“.

Im folgenden Artikel möchte ich Euch meine Gedanken und Erfahrungen über meinen ersten Monat mit der Stoa erzählen. Was kann mir eine antike Philosophie, die heute kaum noch jemand kennt, in meinem heutigen Leben geben? Dieser Frage versuche ich in verschiedenen Artikeln auf den Grund zu gehen. Heute beginne ich mit einem kleinen Einblick in die Macht.

Im vergangenen Monat Januar – der einer der dunkelsten Monate seit vielen Jahrzehnten gewesen sein soll, bin ich auf eine Reise gegangen. Nicht in ferne Länder bin ich gereist, fremde Kulturen habe ich auch nicht kennengelernt.

Ich bin auf eine Reise zu mir, in mein eigenes Ich gegangen. Viele sagen, das ist die größte und wichtigste Reise, die jemand machen kann. Es ist der noch am unerforschteste Teil unseres Körpers und vielleicht auch dieses Planeten: unser Inneres, unser Ich.

Diese Reise habe ich nicht begonnen mit Hilfe von Religionen oder religiösen Richtungen. Ich kenne einige Techniken der Meditation, viele Selbstbetrachtungen und Techniken aus den verschiedensten Richtungen. Es ist für jeden Menschen das passende dabei, man muss nur auf die Suche gehen. Für mich ist das genauso.

Aber dieses Jahr werde ich diese Reise ganz bewusst gestalten und auf jeden Tag des Jahres verteilen. Der Zugang dazu wird nur mein Bewusstsein und mein Intellekt sein.

Ich gehe auf einer Reise zur Stoa – zur Philosophie der Antike und somit auch zu einer Reise zu den Grundwerten unserer heutigen Gesellschaft. Aufmerksam geworden bin ich durch das Buch „Der tägliche Stoiker – 366 Nachdenkliche Betrachtungen über Weisheit, Beharrlichkeit und Lebensstil“ von Ryan Holiday.

Jeden Tag lese und arbeite ich eine Seite durch, die mit einer Betrachtung der Stoa von Epiktet, Marc Aurel oder Seneca beginnt. Diese Betrachtungen werden vom Autor kommentiert und in ein modernes Gewand formuliert, damit wir besser begreifen und damit umgehen können.

Ich bin begeistert von dem Buch und auch von der täglichen Arbeit damit. Ich persönlich habe mir ein „Stoiker-Tagebuch“ auf meinem PC eingerichtet und schreibe die Betrachtungen und einen Auszug aus dem Kommentar auf und notiere dazu auch meine Gedanken und Einschätzungen. Man kann natürlich auch die Seite lesen und darüber nachdenken. Mich schult das Schreiben und hilft mir besser in den Text hineingelangen zu können.

Nun beginnen wir mit dem Januar. Er stand unter der Überschrift:

„Die Disziplin der Wahrnehmung.“

Unser Leben hat viel mit Macht zu tun. Entweder wir üben sie aus, oder sie wird über uns ausgeübt. Wobei ich damit nicht sagen will, wir sind keine Machtlosen Wesen. Macht bedeutet die Möglichkeit, etwas bewirken oder beeinflussen zu können. Macht bedeutet aber auch, dass jemand aufgrund seiner Position oder gesellschaftlichen Stellung einen großen Einfluss hat und dadurch Macht ausüben kann.

Auf die Ereignisse, die so in unserem Leben reinstolpern, haben wir oft keinen Einfluss – keine Macht. Wenn wir aber der irrigen Meinung sind, wir können alles zu unseren Gunsten beeinflussen – viele sagen mit positiver Energie könntest Du alles erreichen -, kann folgendes geschehen:

„ich strenge mich an, ich denke positiv, sende heilende Strahlen und Gedanken in Richtung die ich beeinflussen will – und es funktioniert nicht? Warum funktioniert es bei  mir nicht – es hört sich doch so einfach an: „Mach Dir Dein Universum untertan, Du bist Deines Glückes Schmied.“ Ach, die vielen strahlenden und gutaussehenden Menschen im Fernsehen oder noch Schlimmer in Facebook, die täglich zu dir sagen: schau her, ich habe es geschafft. Ich habe mein Glück gefunden. Ich kann es und Du nicht. Du bist noch nicht so weit …. du musst noch viel an Dir arbeiten. Folge mir, ich zeige Dir den Weg. Mach dies, mach das: und es funktioniert immer noch nicht? Oje, dann kann Dir nicht geholfen werden. Du bist einfach noch nicht reif dazu. Mach Dir keine Gedanken – im Nächsten Leben wird bestimmt alles besser …“

Wenn wir uns aber nicht von unseren Gefühlen leiten und unseren Verstand einsetzen, vielleicht wird dann alles Klarer? Das hört sich nun auch wieder so einfach an, als ob das nun die Ultimative Lösung für all unsere Probleme sei. Mitnichten! Niemand kann Dir die Lösung vorkauen – die Lösung muss in Dir stecken.

Was ist nun mit unserem Gefühl. Was ist nun mit der Jagd nach dem Glück? Geld, Liebe, Freiheit und dazu noch die Gewissheit der universellen Macht und das Schicksal, das auf unserer Seite ist.

„Die wesentliche Aufgabe im Leben besteht darin, die Dinge zu erkennen und voneinander zu unterscheiden, um mir klar machen zu können, über welche äußeren Umstände ich keine Macht habe, und welche von Entscheidungen abhängen, die in meiner Macht stehen. Wo finde ich dann das Gute oder Böse? Nicht in den Dingen, die nicht in meiner Macht stehen, sondern in mir selbst, in den Entscheidungen, die ich treffe ….“

EPIKTET, Lehrgespräche, 2.5.4-5

Das ist nun die erste Betrachtung im Januar – und sie ist eigentlich schon die entscheidendste Betrachtung – nach der sich alle anderen richten und unterordnen.

Ich muss mir bewusst werden: Was steht in meiner Macht und was steht nicht in meiner Macht?

Welche Dinge kann ich in meinem Leben ändern und welche Dinge sind unveränderbar? Die unveränderbaren Dinge, die ich nicht bewusst beeinflussen kann, muss ich demnach als gegeben hinnehmen. Deswegen sollte ich meine Energie und Kraft auf die Dinge richten, die ich ganz bewusst verändern kann.

Die Kunst ist nun: was kann ich als unveränderbar hinnehmen? Welche Dinge sind veränderbar und in welchem Maße? Was kann ich beeinflussen, was muss ich sogar beeinflussen? Oft stehen Ungerechtigkeiten nicht in unserer Macht, trotzdem kann ich (muss ich) dagegen ankämpfen. Diese Unterscheidung zu treffen, ohne sich ablehnend zurückzuhalten und abzuwinken: „Ne, ne, das liegt nicht in meiner Macht“.

Der Grundansatz der philosophischen Stoik ist genau die Erkenntnis über die Dinge, die von uns persönlich beeinflusst werden können und welche nicht.

Zum Beispiel die Sache mit der Vergangenheit: Wir müssen die Vergangenheit als gegeben hinnehmen. Wir können sie nicht ändern. Das Wort ist gesprochen, das vielleicht nicht ausgesprochen werden sollte. Wir sind stumm geblieben, wo oftmals eine klare Stellungnahme unsere Zukunft und die Zukunft von vielen anderen vielleicht verändert hätte. Ich kann hier noch unendlich weitere Beispiele nennen.

Da fällt mir das alte Sprichwort ein: „Hätte, hätte, Fahrradkette.“

Diese drei Worte sagen genau das aus, was die Stoiker vor über 2000 Jahren schon ihren Schülern sagten. Die Vergangenheit ist vergangen – nur eins zählt: das Jetzt und was du daraus machst.

Wir können Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind, nicht ungeschehen machen, also nicht dagegen ankämpfen. Wir verlieren sehr viel Energie, indem wir Dinge in unser Auge (Bewusstsein) fassen, die wir nicht mehr verändern können, da sie geschehen sind.

Hingegen wenn wir unsere gesamte Energie auf unsere Zukunft lenken, was können wir dann erreichen?

Ja was ist dann? Was steht denn eigentlich in meiner Macht?

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Epiktet schreibt im Handbüchlein der Moral:

Einige Dinge stehen in unserer Macht, andere hingegen nicht. In unserer Macht sind Urteil, Bestrebung, Begier und Abneigung, mit einem Wort alles das, was Produkt unseres Willens ist. Nicht in unserer Macht sind unser Leib, Besitz, Ehre, Amt, und alles was nicht unser Werk ist. Was in unserer Macht ist, ist seiner Natur gemäß frei, kann nicht verboten oder verhindert werden; was aber nicht in unserer Macht steht, ist knechtisch, kann verwehrt werden, gehört einem anderen zu.

Du liest die Betrachtungen jeden Tag und lässt Dich darauf ein. Meine, bis jetzt sehr kurze Erfahrung: es klärt tatsächlich den Geist. Und dieses Studium mit mir selber, tut unglaublich gut.

Viele Betrachtungen, die ich gelesen habe, erinnern mich an heutige Coaching Briefe. Aber diese Coaching Briefe sind schon 2000 Jahre alt und haben nichts, aber so überhaupt gar nichts an Aktualität verloren. Unsere heutige „Realität“ ist in vielen bedeutenden Dingen überhaupt nicht überlegen. Ich würde sogar fast sagen, wir sind manchen Denkgebäuden unterlegen.

Ich habe nichts dagegen, gecoacht zu werden. Das braucht jeder von uns. Etwas Neues ist, dass mein Coach ein entlassener Sklave, ein römischer Senator und sogar ein sehr erfolgreicher Kaiser und Heerführer ist.

Wie gehen nun meine Tage weiter: ich arbeite nicht nur an der Philosophie der Stoa, sondern werde für mich im Februar ein Tagebuch – gezielt auf die Philosophie gerichtet – schreiben. Ich bin mir fast sicher, dass ihr daraus an der einen oder anderen Stelle etwas erfahren werdet.

Ich habe mit der ersten Betrachtung angefangen und möchte mit der letzten Betrachtung im Januar enden.

„Kehre nicht zur Philosophie zurück wie zu einem Schulmeister, sondern wie ein Patient, der für wunde Augen nach Linderung sucht, oder nach Umschlägen und Balsam bei einer Verbrennung. Wenn du es so betrachtest, gehorchst du der Vernunft, ohne sie zur Schau zu stellen, und weißt dich bei ihr in guten Händen.“

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen, 5.9

Philosophie ist Medizin für die Seele und ich bin bei ihr in guten Händen.

Euer Huggl

Nachtrag & P.S.: Ich habe mich in diesem Text nur auf den ersten Tag des täglichen Stoikers bezogen. Der erste Monat war für mich schon so bereichernd und wertvoll. Die Texte haben mich genau dort getroffen und abgeholt, wo ich stehe. Das fand ich sehr beeindruckend. Und trotzdem glaube ich nicht an die alleine Seligmachende Methode für unser Leben, sondern ich bin davon überzeugt, dass es ein Mix aus Techniken ist, die uns helfen, unsere Selbsterfahrung positiv zu erleben.

Ich möchte damit sagen, es ist nicht nur der Verstand, es ist auch nicht nur das Gefühl und die Intuition. Das ist kein populärer Gedanke zu behaupten, dass weder das Eine noch das Andere hilft. Es ist eine Kombination der Möglichkeiten, die uns, von wem auch immer, zur Verfügung gestellt wurden. Und wir müssen die Techniken erlernen, diese abzurufen. Das ist eine unserer Lebensaufgaben.

Wir müssen damit nicht erst anfangen, wenn wir krank oder sonstige seelisch/körperlichen Beschwerden haben. Ich werbe dafür, dass wir damit schon in der Schule anfangen. Es muss die Möglichkeit geben unseren Kindern Meditation und Achtsamkeitsübungen rechtzeitig beizubringen. Und wenn es nicht die Schule macht, dann müssen wir es Zuhause machen. Es ist so lehrreich und bereichert das eigene Leben.

Es wird Zeit uns zu verändern – it’s time to change the world!

© Holger Pangritz, Göttingen im Februar 2018


Mit folgenden Büchern habe ich in diesem Monat gearbeitet:

 

 

 

Was wirklich wichtig ist, sind die guten Worte!

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, dass sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie neben die Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin.

Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihr Mitschüler über den einzelnen aufgeschrieben hatten. Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste.

Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. „Wirklich?“ hörte man flüstern. „Ich wusste gar nicht, dass ich irgendjemandem was bedeute!“ und „Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen“ waren die Kommentare. Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt.

Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen. Einige Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erteilte ihm die letzte Ehre.

Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Soldaten, die den Sarg trugen, zu ihr: „Waren Sie Marks Mathe Lehrerin?“ Sie nickte: „Ja“. Dann sagte er: „Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen.“

Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. „Wir wollen Ihnen etwas zeigen“, sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. „Das wurde gefunden, als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen.“ Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten.

„Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben“ sagte Marks Mutter. „Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt.“

Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein bisschen und sagte: „Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Lade in meinem Schreibtisch“. Chucks Frau sagte: „Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben.“ „Ich habe meine auch noch“ sagte Marilyn. „Sie ist in meinem Tagebuch.“ Dann griff Vicki, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. „Ich trage sie immer bei mir“, sagte Vicki und meinte dann: „Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt.“

Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden. Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet. Und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind. Sag es ihnen, bevor es zu spät ist.

Verfasser unbekannt. Eine Geschichte aus dem Internet – ich weiß nicht, woher ich sie genau habe.


Ich habe vor kurzem meine Mutter verloren und der Verlust ging mir und vielen Anderen sehr Nahe. Natürlich habe ich mir Vorwürfe gemacht, dass ich mich nicht genug um sie gekümmert hatte. Aber „nicht genug“ ist es immer irgendwie. Aber fünf Wochen vor Ihrem plötzlichen Tod hatte sie mich und meine Familie über Ihren 78.Geburtstag für 7 Tagen besucht. Diese Woche war sehr intensiv für mich und ich bin ungeheuer Dankbar, dass ich diese Zeit mit Ihr zusammen erleben durfte.
Liebe Leute, es geht nicht um die Quantität im Leben, es geht um die Qualität, die Ihr geben und erleben dürft. 
Ein frohes und geruhsames Weihnachtsfest wünsche ich Euch allen. Schüttelt den Stress und die Hektik ab und bleibt im Hier und Jetzt. Damit Ihr Eure Zeit mir Euren Lieben mit sehr viel Lebensqualität genießen könnt.
Jeder von uns ist wichtig und jeder von uns hat jemanden, dem er wichtig ist.
Das dürfen wir nur niemals vergessen.
© Huggl – 21.12.2017

Stille, die der Mensch ist

http://blog.stille-die-der-mensch-ist.com/blogparade-stille/

Stille ist unbekannt. Vor Unbekannten haben wir Angst. Also logischerweise auch vor der Stille. Wir glauben, Stille tue weh. Wirft uns auf uns selber zurück – und wer will sich wirklich erkennen?

Wir sind nicht nur Gut – alle Facetten des Lebens sind in uns – das Schlechte, das Grausame, das Erniedrigende – aber auch das Schöne, das Gute, die Hoffnung und ganz besonders das allumfassende Wissen.

Am Tempel des Apoll in Delphi stand in der Antike für alle sichtbar folgender Spruch:

Gnothi Seauton – Erkenne Dich Selbst!

Ton ist überall. TV, Radio, Umgebungslärm. Manch einer meint, Stille ist gleichzusetzen mit Einsamkeit. Nur wenn um mich Ton oder Lärm ist, bin ich nicht einsam. Der Fernseher, das Radio, der PC, das Handy – alles gaukelt uns eine künstliche Welt vor.

Aber auch eine Welt ohne Ton ist nicht gleich Stille.

Stille ist nicht gleich Einsamkeit.

Wie können wir eigentlich mit uns einsam sein?

Stille ist beängstigend, unbekannt. Da ist etwas in uns, dass uns erzittern lässt. Aber wenn wir uns auf den Weg zur Stille machen – dann lernen wir, dass all diese Ängste nur die Angst und Furcht unseres Egos ist. Es will die Handlungsmacht über unser Selbst nicht verlieren. Aber unser Selbst, das ist die Stille. Und es ruft uns. Und dann heißt es: sich auf den Weg machen.

Die Stille ist das Flüstern der Seele – höre hin – lausche dem Wispern ….

Viele Techniken, viele Traditionen können uns auf diesem Weg begleiten. Aber alle führen in das Eine, in das Zentrum unseres Seins, unseres Selbst.

Es ist ganz spannend, dass gerade jetzt das Thema Stille immer wieder auf mich hereinprasselt. Ich immer „zufällig“ auf die Stille – in all ihren Variationen – hingewiesen werde. Durch meine Erkrankung bin ich lange Zeit am Tag alleine mit mir und meinen Gedanken. Ich nehme das als Aufgabe. Beschäftige Dich mit Dir – das sagt meine innere Stimme. Lerne, wachse und gedeihe.

In der letzten Woche war ich in meiner ersten Gruppen-Meditationsstunde zum Mantra singen von Kirtans. Es war ein sehr schönes Erlebnis – ich habe das erste Mal in meinem Leben Kirtans mitgesungen (ich muss aber dazu sagen, viele konnte ich doch mitsingen – ich bin leidenschaftlicher Krishna Das Hörer). Aber live und in Farbe ist es noch eine ganz andere Stimmung, eine ganz besondere Energie, die mit den gesungenen Wörtern in Sanskrit mitschwingen.

Einen Tag später stoße ich „zufällig“ auf ein Live-Video, indem ich das erste Mal über die Vipassana-Meditation höre. Silvia-Maria Engl berichtet dort über Ihre Erfahrungen mit dieser Art der Meditation. Sie erzählt sehr sympathisch und sehr leidenschaftlich über Ihre Erfahrungen, die sie mit einem 10-tägigen-Schweige-Mediationseminar auf dem Weg zu sich selbst gemacht hat. Der Samen ist gesetzt, das halte ich mir im Hinterkopf und werde mich bestimmt damit beschäftigen.

Kaum fange ich über die Stille nachzudenken, schon merke ich, wie essentiell dieser Gedanke, dieses Wort für mich ist. Ja, ich bin ein Suchender. Aber ich bin auch ein Finder!

Erkenne Dich Selbst – Werde wer Du bist!

Ich habe keine Angst vor der Stille. Ich habe keine Angst vor mir. Ich habe keine Angst vor dem dunklen Anteil meines Selbst. Ich höre auf das Flüstern meiner Seele.

Ich mache mich auf den Weg … komm mit!

Dazu passend eine Shivalaya Inspiration:

Stille ist Gott.

Stille ist die Grundsubstanz für Körper, Geist, Prana (Lebensenergie) und Sinne.

Stille ist der Hintergrund dieses Universums der Sinne.

Stille ist Stärke.

Stille ist eine lebendige Kraft.

Stille ist die einzige Wirklichkeit.

Der Frieden, der alles Verstehen übersteigt, ist Stille.

von Swami Sivananda, Göttliche Erkenntnis

Hier geht’s zum Online-Kolloquium Stille, die der Mensch ist, vom 08.11. – 12.11.2016. Teilnahme daran ist kostenlos! https://www.facebook.com/events/1637711086558665/

Hier geht’s zum YouTube Video von Silvia Maria Engl (sehr zu empfehlen): https://www.youtube.com/watch?v=D1z31oCIqnM

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